Lebensverändernde Einsichten

img_1244-2Auf einer der letzten Xpand Tagungen habe ich Frau Roth kennen gelernt:  Mag.a Karin Roth koordiniert die Arbeit von Insight-International auf Europaebene, lebt in Salzburg und hat ein Studium mit dem Schwerpunkt Beratung, Supervision und Intervention, sowie eine internationale Beratungsausbildung abgeschlossen. Sie hat in zwei Seminaren die die Grundlagen der Arbeit von IFT vorgestellt. Es lohnt sich, den Ansatz näher anzuschauen!

Insight Focused Therapy (IFT) ist ein neuer integrativer Beratungsansatz, der von Pauline Skeates und ihrem Team in Auckland, Neuseeland, entwickelt wurde. In diesem Beratungsmodell kommen neueste neurowissenschaftliche Forschungsergebnisse von Siegel, Le Doux, Schore und Cozolino zum Einsatz, welche mit Prinzipien der Bindungs-, Kohärenz- und Clean Language- Therorie verknüpft werden. Sowohl diese als auch andere Prinzipien wurden miteinander verwoben und daraus entstand eine leicht anwendbare, nicht-direktive Beratungsmethode, welche den Erfahrungshorizont und die Wahrnehmung des aktuellen Moments erhöht und fördert. Es verbinden sich Spiritualität, Neurowissenschaft und Psychologie zu einem höchst effektiven Werkzeug, das den Einzelnen in seinem Wachstum unterstützt. Auf diese Art und Weise können automatische Verteidigungsmechanismen weitgehend überbrückt und eine Tür für lebensverändernde Einsichten und neues Wissen geöffnet werden.

Insight Focused Therapy (IFT) wird von Beratern, Therapeuten und Seelsorgern erfolgreich eingesetzt, kann aber auch im inneren Dialog angewendet werden. Somit unterstützt IFT auf verschiedenen Ebenen und in unterschiedlichen Anwendungskontexten die persönliche Entwicklung.Dieses Konzept wurde von Pauline Skeates in Auckland, Neuseeland, entwickelt.

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Wachstum durch Stress – Rabbi erklärt was man vom Hummer lernen kann

„Times of stress are signals for growth“ oder mit meinen Worten: „Auf dem Sofa wachsen keine Muskeln“ – im Sport ist das völlig klar! Aber wie ist das eigentlich im beruflichen oder privaten Leben? Der Muskel wächst nur im Widerstand! Wenn es eng wird, spüren wir, dass wir wachsen. Nur so werden wir fit fürs Leben!

Wann hatten Sie das letzte mal richtig Muskelkater? Körperlich, aber auch seelisch!
In welchen Lebensbereichen wachsen wir gerade?
Wachstumsphasen… ! Wachstumsbereiche…!
Welche Skills möchte ich noch mehr entwickeln?
Welche Verhaltensmuster hindern mich am Wachstum, engen mich ein?
Was stresst mich gerade wirklich?
Wer stresst mich gerade wirklich?

Und übrigens: Muskeln können auch schrumpfen, wenn man sie nicht bewegt und trainiert. Knochen werden brüchig, wenn man sich zu sehr schont. Wir bauen ab. Alle, die schon einmal einen Gips oder Schiene tragen mussten, um einen Knochenbruch zu heilen, wissen das. Unsere Reflexe treiben uns aber meist dazu, dass wir „Unlust“ vermeiden wollen.
Rabbi Dr. Abraham Twerski spricht hier nun darüber wie wir durch Stress wachsen können.

5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen

Wie richtet sich unser innerer Kompass aus?

Woher wissen wir, was jetzt wirklich dran ist?

Wo werden die Prioritäten klar und deutlich?

Bronnie Ware schreibt in diesem Buch, was sterbende Menschen ihr, als Palliativ-Krankenschwester, in ihren letzten Tagen anvertraut haben. Es hat ihr Leben verändert und mittlerweile Millionen rund um den Globus wertvolle Anstösse zur Veränderung gegeben. Dieses Buch zeigt auf, wie man den Mut findet, wirklich das Leben zu führen, das man will.

Die 5 Dinge „vom Ende her“ denken:

 

1. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben“

 

2. „Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet“

 

3. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken“

 

4. „Ich wünschte mir, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden aufrechterhalten“

 

5. „Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein“

Prioritäten setzen: Die eigene Grabrede schreiben!

Um dem Leben Richtung zu geben und die Essentials, die wirklich grundlegenden Werte zu erkennen und auf den Punkt zu bringen, gibt es eine drastische Massnahme.

Schreiben Sie die eigene Grabrede!

„Wir sind alle erleichtert, dass dieser Drecksack unter der Erde ist! Er hat seine Frau betrogen, sich nicht um die Kinder gekümmert und auch im Betrieb war kaum mit ihm zu rechnen. Er war ein Popanz, der viel versprochen, aber nur wenig gehalten hat. Die ganze Nachbarschaft ist froh, dass er nun keinen mehr tyrannisiert… . Er war nur sich selbst der Nächste.“

oder:

Ein grosse Menschenmenge nimmt traurig Abschied von einem liebevollen Ehemann und treusorgenden Vater. Er war nicht perfekt, aber deshalb um so menschlicher und nahbarer. Er war ein Mann mit Werten und Vision. Er war die Stütze im Unternehmen. Seine kreativen Lösungsansätze waren legendär. Auch die Nachbarn werden ihn vermissen und sein Engagement für die notleidenden Menschen in unserer Gesellschaft hat viele mitgerissen. Seine Lebensfreude war ansteckend und auch in den „Stürmen und tiefen Trauertälern“ des Lebens hat er durchgehalten und sich den Schmerzen des Lebens gestellt“…

Man muss vom Ende her denken! Heute am Karfreitag vielleicht eine Gelegenheit. Und für die wirklich Mutigen: Spazieren Sie doch mal über den Friedhof – heute!

Und dabei nicht vergessen: Udo Lindenberg hat schon gesungen:
„…hinterm Horizont geht`s weiter!“

Also – Horizonterweiterung!

Die Kunst der Transformation – Blockaden überwinden

Ich möchte nochmal eine kleine „Tiefenbohrung“ zum letzten Blog machen. Unsere Kultur ist so reich an Erkenntnissen und Weisheiten, nur viele kennen sie nicht mehr. In jedem Jahreszyklus gibt es kulturell verankerte Anlässe, die uns helfen sollen, das Leben zu verstehen und zu meistern.

Wir gehen heute am Palmsonntag auf die Karwoche zu: ich möchte das hier nur anreissen. Auch hier wieder eine Deutungs- und Gestaltungshilfe für unser Leben, nachzulesen z.B. in der Bibel: Lukas Evangelium Kapitel 23+24. Hier geht es nicht um romantisch religiöse Prosa, sondern zutiefst um unser „Menschsein“, darum wie das Leben funktioniert:

  1. Karfreitag: Sterben
  2. Karsamstag: Begraben
  3. Ostersonntag: Neues Leben

Wenn es darum geht, Neues im Leben zu gewinnen, etwas Neues zu erschaffen, Neuland zu erobern, muss dass Alte abgeschlossen, „gestorben und begraben sein“. Die Kraft des Neuen, kann sich nur dann wirklich entfalten, wenn wir das Alte loslassen!

Was blockiert denn da?
Jedes Ziel, jede Hoffnung braucht deshalb eine bewusste Bilanz

Nur mal einen kurzen Moment in den Spiegel schauen: Standortbestimmung:

  • Wieviele enttäuschte Hoffnungen hängen uns nach, zwingen uns in die Defensive, machen uns bitter,…?
  • Was ist mir das Wichtigste im Leben?
  • Welche Ideale muss ich „stürzen“? Weil sie mich ständig in die Frustration treiben!
  • Welche Ideale haben mich soviel vom Leben gekostet?
  • Wieviele Leichen liegen noch im Keller, wurden aber nie begraben? „Mach bloss nicht die Kellertür auf, da stinkts zum Himmel!“
  • Bei wem muss ich mich noch  entschuldigen? Wer vergibt mir? Kann ich mir selbst vergeben?
  • Wievielen Menschen trage ich Ihre Schuld nach? „Wenn der/die nicht….!“
  • Wie oft halte ich mich an den Verletzungen der letzten Jahre auf?
  • Wo suche ich Trost? Betäubung? Entspannung?
  • Wieviel Traurigkeit hat noch keine Träne hervorgebracht und modert in uns bis sich körperliche Symptome zeigen: „Schweigt der Mund, so tun es die Gebeine kund!“
  • Wieviel Wut wird unterdrückt wie ein Ball unter Wasser? Und wir wundern uns, wenn wir die Hände nicht frei haben und die ganze Energie dahin geht, dass dieser Ball nur nicht hochploppt?
  • Warum höre ich nicht auf zu kämpfen? Für Dinge und gegen Menschen?

„Die Kunst der Transformation – Blockaden überwinden“ weiterlesen

Changeprozesse verstehen

Abschied und Neubeginn

Veränderung erscheint in manchen Lebensphasen (auch von Unternehmen, Produkten,…) oft die einzige Konstante zu sein. Die Firmen mit der höchte disruptiven Kraft, sind zur Zeit am erfolgreichsten. Diese disruptiven Changeprozesse sind aber nicht immer leicht zu verstehen, geschweige denn auszuhalten. Den ultimativen Changeprozess hat z.B. Elisabeth Kübler-Ross in Ihren Forschungen bei der Begleitung von sterbenden Menschen beobachten können, dann wenn es wirklich auf das ultimative „Loslassen“ zugeht. Diese Forschungen sind dann tatsächlich auch in die Führungslehre und ins Management von Changeprozessen eingeflossen.

Der Trauerprozess nach Elisabeth Kübler-Ross

griefprocess

Phase 1: DENIAL: Schock und Nichtwahrhabenwollen

Schock! In dieser Phase leugnet die Person zunächst noch den Verlust. Ist das alles nur ein böser Traum? Man fühlt sich gelähmt und unfähig Entscheidungen zu treffen. 

Phase 2: PAIN: Schmerz:

Wir blicken der Wahrheit ins Auge! In dieser Phase begreift die Person, dass der Verlust tatsächlich eingesetzt hat. Dies ist die chaotischste und erschreckendste Phase der Trauer. Viele Personen wenden sich in dieser Phase Alkohol und illegalen Drogen zu, um mit der Situation klar zu kommen. Schuld und Gewissensbisse sind an der Tagesordnung, während man sich selbst den Entscheidungen stellt, die zum Verlust  führten .

Phase 3: ANGER: Zorn:

„Wenn ich den erwische, der mir das angetan hat!“ In dieser Phase entwickelt die betroffene Person einen unheimlichen Zorn aufgrund der Ungerechtigkeit, die ihr widerfahren ist. Darüber hinaus wird man häufig auch auf andere Personen wütend, die für den Verlust verantwortlich sind.

Phase 4: NEGOTIATION/BARGAINING: Verhandeln:

 Diese Phase nennt sich Verhandeln. Hier wird versucht, um den Verlust zu verhandeln und Wege zu finden, durch die man erneut das bekommen kann, was man verloren hat.

Phase 5 DEPRESSION / Rückzug/ Passivität: Depression:

Die Person anerkennt den Verlust, kann aber nicht damit umgehen. Passivität und  Niedergeschlagenheit sind Kennzeichen dieser Phase. Die Bitterkeit führt zur Depression. Aggression wendet sich gegen sich selbst! Hoffnung stirbt! Stress! Grübeln ohne Ausweg! 

TIEFPUNKT = WENDEPUNKT!!!

Phase 6 COACHING/Forschen/Entdecken/Testen:

Letzte Ressourcen werden plötzlich frei! Im Loslassen und Begraben wird der Mensch frei für das Neue Leben!  Lebenswille formiert sich.  Die Krise wird als Chance wahrgenommen. 

Phase 7 INTEGRATION/Akzeptanz:

Ich bin am Leben! Ich will leben! Ich akzeptiere die (neue) Realität, der ich mich stellen muss. Wind kommt unter die Flügel! Hoffnung bricht sich Bahn. Selbstwirksamkeit wir entdeckt! Der Mensch öffnet sich wieder für soziale Kontakte und beginnt sogar vorsichtig seine Krise zu kommunizieren. Oftmals wird nun die Krise mit all ihren Wirren und Schmerzen als „Schatzkästchen“ entdeckt.

Manchmal hilft es einfach die Phasen und Schritte zurück ins Leben, die neuen Möglichkeiten mit einem professionellen Gegenüber zu besprechen…

Redifine what`s possible

„Das hätte ich mir so nie vorstellen können… ! Kann das wirklich sein? Das kann doch nicht möglich sein! Dass so etwas mir passiert!“
„Wenn man mir vor 5 Jahren gesagt hätte, dass ich nun diesen Beruf ausübe, dort wohne,…und das mache…usw.“ Wir alle kennen das. Manchmal sprengen die Ereignisse in unserem Leben die Vorstellungskraft. Es passieren Dinge, die wir nicht voraussehen konnten. Schicksalhaft übersteigen sie die Grenzen unserer bisherigen Erfahrungswelt. Eine neue Welt tut sich auf. Nichts ist mehr wie früher. Das Gegenteil der „Komfortzone“!

Und dann?

Ein Prozess beginnt, in dem sich die Grenzen verschieben! Abschied und Neubeginn. Im Anerkennen der jetzt gegebenen Wirklichkeit entsteht Neues! Nicht im Verleugnen oder dem Verdrängen! Nicht im bitteren Starren auf die Unmöglichkeiten – nicht im ständigen Beklagen über die Verluste – nicht im Tunnelblick!

Elisabeth Kübler-Ross war eine der Vorreiterinnen bei der Erforschung von Trauer- und Veränderungsprozessen. Sie hat festgestellt, dass es verschiedene Phasen gibt, die durchlaufen werden: Von Einzelnen aber auch von ganzen Gruppen und Organisationen:

griefprocess

Es geht durchs „Tal der Tränen“. Man kommt nicht drumherum! Es gibt keine „Short-Cuts“, keine „Life-Hacks“. So manches muss beweint und betrauert werden!

Es kommt aber der Punkt, an dem sich die Gedanken- und Gefühlswelt weitet – man reift!
Man lässt das Alte los und entdeckt neue Möglichkeiten! Wind kommt unter die Flügel!

Diese Reifungs- und Wachstumserfahrungen betreffen alle Lebensbereiche und werden zuerst meist negativ erlebt. Aber schliesslich führen diese Wachstumsschmerzen (auch Muskelkater genannt) dazu, dass wir unsere Grenzen neu definieren. „Was in dem alles drinsteckt…!“ Wir wachsen über uns hinaus! Wir werden immer mehr die, die wir wirklich sind! Nach Elisabeth Kübler-Ross sogar im und durchs Sterben.

Spencer West: How I climbed Killimanjaro, without legs

Hier ein Mensch, der in beeindruckender Manier seine Grenzen auf der einen Seite akzeptiert und auf der anderen Seite neu definiert. Er wächst über sich hinaus. Er sucht das „Neuland“, die Grenzerweiterung – sogar bewusst!

Buchempfehlung: The Body keeps the score

An anderer Stelle habe ich schon darüber gesprochen, wie wir unsere Verhaltensmuster bewusster wahrnehmen können und uns selbst besser „auf die Schliche kommen“. Verhaltensmuster sind nichts anderes als gespeicherte neuronale Schaltungen, die eine spezifische Erfahrung abbilden. Diese Erfahrungen, werden subjektiv gedeutet. Dies ist uns natürlich nicht bewusst. Ja noch viel mehr ist man überzeugt, die Welt, das eigene Verhalten und das anderer „richtig“ zu deuten. Diese Vorgänge sind äusserst komplex, aber die sichtbaren Auswirkungen wiederholen sich dennoch oft in unserem Alltag. „Ist dir eigentlich aufgefallen, dass…?“ oder „Warum gehst du denn so in die Luft, wenn…?“

Man muss nicht unter schweren traumatischen Erlebnissen leiden, um sich mit intrapsychischen Vorgängen zu beschäftigen. Aber es geht auch nicht alleine darum ein paar Softskills zur Selbstoptimierung zu erlernen. Um wirklich lebendig zu werden kommen wir nicht daran vorbei, in unseren Lebensbereichen die blockierenden Schemata zu entdecken und zu überwinden. Dann entfaltet sich neue Vitalität und Produktivität.

Dr. Bessel van der Kolk, einer der anerkanntesten Experten in den USA zum Thema Traumatherapie und Umgang mit festgefahrenen Verhaltensmustern, hat in seinem Buch hilfreiche und verständliche Impulse gesetzt, die jeder in seinem Leben umsetzen kann.

Trauma is a fact of life. Veterans and their families deal with the painful aftermath of combat; one in five Americans has been molested; one in four grew up with alcoholics; one in three couples have engaged in physical violence—the body keeps the score. That’s how Dr. Bessel van der Kolk, one of the world’s leading experts on developmental trauma, explains how our long-term health and happiness can be compromised by prior exposure to violence, emotional abuse, and other forms of traumatic stress. In his new book, Dr. van der Kolk explores how innovative treatments—ranging from meditation and neurofeedback to yoga, sports, and drama—offer new paths to healing and wellness. A psychiatrist and author of multiple books, his work and perspectives have been featured in The New York Times, on National Public Radio, and in many other media outlets.

Dr.  Bessel van der Kolk

Change! Umdenken! Blockaden lösen!

„Jede Veränderung beginnt innen“, so der Kommentar eines Coaches zu den Veränderungswünschen seines Klienten. Da gibt es den Druck von aussen, die Anpassungsleistung an sich verändernde Lebensumstände…. Da gibt es aber auch das Leben, das sich von innen entfalten will. Ein Mensch wird mit seinen Anlagen und Ressourcen geboren und entwickelt sich. Chancen und Potentiale werden entdeckt und gefördert. Fähigkeiten werden trainiert. „Da geht was“.

Und plötzlich sind da Blockaden. Hindernisse! Wer kennt das nicht? Oft haben diese inneren Blockaden etwas mit unserer Biografie zu tun. Sie sind verankert in unserer Identität und zeigen sich in Verhaltensweisen, die sich anfänglich bewusst dann aber gewohnheitsmässig, unbewusst wiederholen. Verhaltensmuster oder auch Gewohnheiten sind über die Jahre entstanden und ein Teil der Identität geworden. „Sind Sie Raucher?“

Die meisten Entscheidungen fallen unbewusst. Unser ganzen Leben wird grösstenteils unbewusst gesteuert. Ich muss keine Pro/Kontra Liste machen und meine Frau fragen, ob ich morgens die Zähne putzen soll. Ich mache es aus Gewohnheit. Ein Sprichwort sagt:

„Säe einen Gedanken und du erntes eine Tat.
Säe eine Tat und Du erntest eine Gewohnheit.
Säe eine Gewohnheit und du erntest eine Lebenssschicksal.“

Alte Gewohnheiten sind nur schwer umzutrainieren. Noch schwerer wird es, wenn eine Gewohnheit gesundheitsschädigend oder sozial nicht akzeptiert ist. Wenn eine Gewohnheit suchtartige Züge hat. Wenn ich nicht mehr eine Gewohnheit habe, sondern die Gewohnheit mich hat.

Leo Babauta hat auf seinem Blog zenhabits.net seinen persönlichen Weg der Veränderung beschrieben. Beeindruckend, wie er Schritt für Schritt alte Habits/Gewohnheiten abgegelegt hat und neue trainiert und kultiviert hat.

Das Ablegen alter Denk- ud Verhaltensmuster ist nicht so einfach:
„Denken Sie sich eine 8 so und nun hören Sie sofort auf damit!“

Das geht nicht – im Gegenteil! Das zwanghafte Vermeidenwollen eines Gedankens oder einer Gewohnheit, führt zu Fokussierung auf dieselben. Wie geht es dann?

„Denken Sie sich eine 13 – so jetzt ist die 8 weg!

Oder wie man auch sagt: „Überwinde das Böse mit Gutem!“

Aber will ich es wirklich? Deshalb steht am Anfang des Weges in aller Ambivalenz des Veränderungsprozesses eine Entscheidung, die dann Tag für Tag wiederholt und umgesetzt werden muss. Durch Gelingen, durch Scheitern, durch Hinfallen und Aufstehen…„Bis die 8 verblasst“: 

I stop it!

Hier die Parodie einer paradoxen Intervention zum Thema von Bob Newhart

A Tribute to Discomfort: Cory Richards

Was treibt uns an? Was mache ich, wenn ich weiss, dass ich über mich selbst hinauswachsen muss, um die Stürme des Lebens, die aktuelle Herausforderung nicht nur irgendwie zu ertragen oder zu bewältigen, sondern wirklich erfolgreich zu „bezwingen“?

Ich habe keine Wahl! Es gibt keine Parallel-Wirklichkeit! Ich stehe mittendrin! Einer meiner Mentoren, der mittlerweile schon über 80 Jahre alt ist, schwärmte geradezu von seinen Krisen und Schwierigkeiten. Anfänglich habe ich ihn nicht verstanden. Mit den Jahren lernt man die Widerstände  zu schätzen, sogar wertzuschätzen.

Cory Richards beschreibt die schicksalhaften Ereignisse, die für ihn den Durchbruch zu ungeahnter beruflicher Schaffenskraft bedeuteten. Er beschreibt auf beeindruckende Weise mit seinen Bildern, wie sich das Leben in die Biografien und auch die Gesichter eingräbt, sie verändert und zum Leuchten bringt.