11 Freunde müsst ihr sein!

Freundschaft steht über aller Funktion, jenseits von Nutzen-Kosten Berechnungen und lebt vom Vertrauen, auch wenn es durchs „Tiefe Tal der Tränen“ geht. Echte Freunde sind kostbar und nicht so breit gestreut auf dem Lebensweg. In unserem Zeitalter der „Verinselung“, in dem jeder seine Realität baut und der Individualismus zu einer prägenden Kraft unsere Lebenswelten geworden ist, klingt das schon fast komisch. Doch eigentlich wünscht es sich jeder.

Interkulturelle Teams

Und doch klingt es ja schon unrealistisch und verträumt: „11 Freunde müsst ihr sein!“ Die Zentrifugalkräfte in den Teams und Organisationen sind gigantisch. Gerade in interkulturell aufgestellten Teams mit verschiedenen Wertesystemen, wie wir sie heute in jedem beruflichen Kontext finden, lauert jede Menge Sprengstoff. Manchmal wäre man ja schon froh, wenn man im Team einfach kollegial miteinander auskommt und die kalten Konflikte nicht zu heissen Konflikten „hochkochen“. Der Wettbewerbsdruck ist enorm und schon auf dem Schulhof grassiert das gegenseitige Mobbing. In manchen Organisationen und Betrieben kommunizieren ganze Abteilungen kaum noch miteinander. Selbst mühsam erstrittene „Koalitionen“ zerbrechen. Im Extremfall heisst es, dass Freundschaft im professionellen, sportlichen oder politischen Kontext nichts zu suchen hat. Das ist Privatsache!

Das läuft ja wie geschmiert

Ich denke aber an ein ein Team, in dem ein „Rädchen“ ins andere greift. Jeder kennt seine Aufgabe und dient mit seinem Teil dem Ganzen und dem Anderen. Die Über- und Umsetzungskräfte solch eines Getriebes sind enorm. Die Zahnräder und Zwischenräume sind geölt und alles läuft wie geschmiert. Kein Sand im Getriebe! Denn man weiss, wie man die Konflikte frühzeitig anspricht oder so austrägt, dass der Konfliktpartner noch Arbeitskollege sein darf. Grosse Lasten werden mit wenig Reibungsverlust bewegt. Eine Organisation wird zum Organismus! Nur ein Ideal?

Das Kollektiv braucht die begabten Individualisten

Im Fussball erscheint das allerdings absolut spielentscheidend: Die Mannschaftsteile spielen fliessend zusammen, die Umschaltbewegung klappt hervorragend und die Spieler kennen „blind“ ihre Laufwege. Nur ein Traum?

Jedes Team braucht Führungsspieler, die etwas wagen und voran gehen. Das Kollektiv braucht die begabten Individualisten. Aber keiner darf sich auf Kosten der Gruppe profilieren. Der Trainer und Kybernetiker setzt auf beides. Das Zusammenspiel, die Kultur muss stimmen, und der einzelne Spieler soll auf seiner Position die Freiheit nutzen, ins Risiko gehen und den „tödlichen Pass“ oder den überraschenden Abschluss suchen.Der Alltag sieht aber oft so aus: Das Team muss zuerst zusammenwachsen. Spielzüge werden trainiert, die Technik verbessert und Kondition „geboltzt“. Endlose Stunden auf dem Trainingsplatz und im Kraftraum. Disziplin, Überwindung und Durchhaltevermögen! Erholungsphasen und Fokussierung auf das nächste Spiel. Die Einstellung muss stimmen!Und dann kommt es zu Situationen, in denen der Wettbewerb alles fordert und jeder über sich selbst hinauswachsen muss und schliesslich auch hinauswächst. Alle spüren, jetzt ist es soweit: „Redifine whats possible“.Quelle: So wird man zur Führungskraft: Fussballlegende Kiwi – Wynton Rufer! 

Genau das hat der MANNSCHAFT, Jogi Löws Truppe, gefehlt! Wie wir spätestens nach dieser WM in Russland wissen.

Aber wir wissen auch, wie es ist, wenn der eine sich für den anderen „verreisst“. Und die MANNSCHAFT den Sieg holt. Wenn tatsächlich alle über sich hinauswachsen. Erinnern sie sich noch an die Szene, als Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger nach dem Gewinn des Weltmeistertitels mit dem Pokal in den Armen über den Platz gehen?

Was sind schon Softskills?

Freundschaft hat eine Qualität, die wir gerade im komplett „durchkommerzialisierten Berufsalltag“ brauchen und geht über ein „bisschen sympathisch“ finden hinaus. Speziell wenn man mehrere 10.000 oder sogar 100.000 Euro (am Tag) verdient. Denn Freundschaft ist das „Schmiermittel“, das wir zwischen den funktionalen „Zahnrädchen“ unserer Organisationsstrukturen brauchen. Nur so stellt sich wirklicher Erfolg ein und der Gewinn wird nachhaltig gesichert, auch wenn Durststrecken kommen und manche Zwischenetappen verloren gehen. Dazu brauchen wir die entscheidenden „Softskills“, die helfen dass freundschaftliche Beziehungen in allen Lebensbereichen gelebt werden können. Und das fängt damit an, dass ich mir selbst ein guter Freund sein kann. Denn wenn ich selbst voller Kritik, Anklage, Ablehnung und Komplexen bin, wie soll ich dann auch noch die Fehler des anderen abfedern können?

Zum Weiterlesen

Die Philosphin Ina Schmidt ( http://www.denkraeume.net/ ) geht nun sogar noch weiter und stellt die Frage: Ist Freundschaft der Schlüssel zu einem guten Leben?

 

 

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Philosophen über Freundschaft 
Ist Freundschaft der Schlüssel
zu einem guten Leben?

Wer keine Freunde hat, der hat auch kein gutes Leben. Davon waren die antiken Philosophen überzeugt. Doch worin liegt der Wert der Freundschaft? Die deutsche Philosophin Ina Schmidt ist überzeugt: Freunde machen uns zu besseren Menschen.

Gute Freunde helfen uns dabei, moralisch besser zu werden, uns mit der Welt und uns selbst anzufreunden. Das schreibt die deutsche Philosophin Ina Schmidt in ihrem Buch «Auf die Freundschaft».

Diese Idee geht zurück auf Aristoteles, der die Freundschaft höher gewichtete als die Gerechtigkeit. Denn «unter Freunden bedarf es der Gerechtigkeit nicht», wie er schreibt.

Der Freund, ein Seelenverwandter?

Aristoteles unterscheidet drei Arten der Freundschaft: die Freundschaft des Nutzens, der Lust und der Tugend. In der Tugendfreundschaft sieht er die höchste Form der Freundschaft, da in ihr jeder das Beste für den Anderen möchte.

Durch dieses gegenseitige Wohlwollen können beide moralisch wachsen. Zudem findet jeder im Anderen einen Gleichgesinnten, eine Art von Spiegel, ja gar einen Seelenverwandten.

Der Freund, ein Geheimnis?

Der Soziologe Georg Simmel hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts jedoch darauf hingewiesen, dass wir mit Freunden immer nur einzelne Seiten unserer Person teilen: bestimmte Interessen, Tätigkeiten oder Gesprächsthemen.

Selbst der beste Freund bleibe im Kern immer ein Geheimnis. Simmel spricht deshalb von einer «differenzierten Freundschaft».

Ziemlich beste Freunde

Gleichwohl findet Ina Schmidt, Freunde hätten ganz grundlegende Gemeinsamkeiten, eine «gemeinsame Art, die Welt zu sehen» oder ein «gemeinsames Grundverständnis dessen, was das Gute ausmacht».

Als Beispiel nennt sie den Erfolgsfilm «Ziemlich beste Freunde». Darin haben der adlige Tetraplegiker Philippe und der kleinkriminelle Algerier Driss aus den Banlieues auf den ersten Blick so gar keine Gemeinsamkeiten.

Doch unter der Oberfläche sei eine Ähnlichkeit festzustellen: Beide leben an Rändern der Gesellschaft. Zudem gleicht sich ihr Blick auf die Welt im Laufe der Zeit an. Und schliesslich sei da der gemeinsame Humor, von dem der österreichische Philosoph Ludwig Wittgenstein sagte, er sei «keine Stimmung, sondern eine Weltanschauung».

Mein bester Freund: ich selbst

Ina Schmidt betont noch einen weiteren Aspekt der Freundschaft, der bereits für den römischen Philosophen Seneca von zentraler Bedeutung war: die Freundschaft mit sich selbst.

Für eine solche Selbstfreundschaft braucht es Wohlwollen, Verständnis, Ehrlichkeit und Verantwortung – und zwar sich selbst gegenüber. Diese Selbstfreundschaft sei zugleich die Grundlage jeder anderen Freundschaft, meint Ina Schmidt: «Wenn ich mich selbst nicht leiden kann, wie kann ich dann jemandes Freund sein?»

Buchhinweis

Ina Schmidt: «Auf die Freundschaft. Eine philosophische Begegnung oder was Menschen zu Freunden macht». Ludwig Verlag, 2014 (vergriffen).

Zudem helfe uns die Selbstfreundschaft, das kränkende Gefühl der Einsamkeit zu überwinden. Denn wer mit sich selbst befreundet sei, lebe in ständiger Begleitung eines guten Freundes.

Das alles bedingt jedoch, dass wir uns Zeit nehmen, Zeit für uns selbst und für unsere Freunde. Das sei heute zwar schwieriger, aber auch wichtiger geworden, denn immer mehr Menschen finden: Freunde sind die bessere Familie.

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Glückwunsch: Raoul Petretta unterschreibt Profivertrag beim FCB

Gestern in der

Der 19-jährige Linksverteidiger aus dem FCB Nachwuchs unterschrieb heute einen Profivertrag bis zum Sommer 2020.

Raoul Petretta (links) im Meisterschaftsspiel der Super League gegen den FC Thun am Samstag, 11. Februar 2017.

Raoul Petretta (links) im Meisterschaftsspiel der Super League gegen den FC Thun am Samstag, 11. Februar 2017. Bild: Anthony Anex/Keystone

Nachdem er beim FC Basel sämtliche Nachwuchsstufen durchlaufen hat, verpflichtet sich Raoul Petretta mit einem Profivertrag bis zum Sommer 2020 für die erste Mannschaft des FCB. Er unterzeichnete den Vertrag heute, am Donnerstag, 16. Februar 2017.

Schon 15 Einsätze erlebte der 19-jährige Linksverteidiger aus Rheinfelden (Baden) in der U21 Mannschaft des FC Basel, am 4. Februar 2017 durfte der gebürtige Italiener bereits in der ersten Mannschaft gegen den FC Lugano antreten. Im Auswärtsspiel gegen Thun, das eine Woche darauf stattfand, stand Petretta in der Startformation. (nim)

Erstellt: 16.02.2017, 16:29 Uhr