Eberhard von Kuenheim: Führung in turbulenten Zeiten

Eberhard von Kuenheim war von 1970 bis 1993 Vorstandsvorsitzender der BMW AG. Zu Beginn seiner Amtszeit hatte das Unternehmen etwa 20.000 Mitarbeiter und einen Umsatz von etwas mehr als einer Milliarde DM. Er war damals der jüngste Vorstand in der deutschen Grossindustrie und hatte nicht gerade gute Startbedingungen. Wir erinnern uns an die „Auto freien Sonntage“, die drastischen Sparmassnahmen und die dramatischen Medienberichte. Die Ölkrise Anfang der siebziger Jahre legte ihre Schatten auf die weltweite wirtschaftliche Entwicklung. Trotzdem wagte Von Kuenheim etwas. Mitten in der “Weltuntergangs-Athmosphäre”, der Club of Rome verkündete die letzten Jahre der Öl- und Kohlereserven, entschloss sich Eberhard von Kuenheim nicht nur zum Ausbau des Automobilwerks in Dingolfing, sondern bildete mit dem Aufbau von weltweit agierenden Vertriebsgesellschaften die Basis für die Internationalisierung des Unternehmens. „Am 27. September 2013 feierte das BMW-Werk Dingolfing „40 Jahre Automobile aus Dingolfing“. Am 27. September 1973 lief der erste BMW (BMW 5er) vom Band. Seit dieser Zeit sind knapp neun Millionen Fahrzeuge in Dingolfing produziert worden.“ (Wikipedia)

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Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen“

Paradox, verrückt, wagemutig – oder eine Zeichen grossen Weitblicks? Im Nachhinein kann man sagen, dass er dadurch eine Grundlage schuf, für den Aufschwung der BMW AG und des ganzen Wirtschaftsstandortes Deutschland. Er hat inmitten krisenhafter Zeiten etwas unternommen und kluge Entscheidungen getroffen.

Und er wirkt immer noch mit seinem „Unternehmer-Geist“. Das Motto der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG lautet: „Freude am Neu wagen“.

Der Reformator Martin Luther (einer der grossen Risk-Manager) hat es einmal so gesagt:

„Und wenn morgen die Welt unterginge, so würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“

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Der „Happiness Calender“ Juli 2018

Während meiner Ausbildung in einer Suchttherapieklinik hat in einer Gruppentherapiesitzung ein Patient über sein Leben, seine Stimmung und seinen Gesundheitszustand geklagt. Darauf fragte mein Lehrtherapeut: „Was tun Sie denn dafür, dass es ihnen schlecht geht?“ Ich war wie elektrisiert! So eine komische Frage hatte ich bis dahin noch nie gehört. Aber seit dem klingt diese Frage immer wieder nach.

Als Kontrastmittel und paradoxe Intervention ist die oben erwähnte Frage hervorragend geeignet, aber jetzt drehen wir den Spiess mal herum und denken darüber nach, was wir konkret dafür tun können, dass es uns gut geht.

Das Greater Good Science Center der University of Berkley bringt für jeden Monat einen Happiness Calender raus. Vielleicht gerade in der Sommerferienzeit eine schöne Inspiration: Hier der Link:

Happiness Calender https://greatergood.berkeley.edu/images/uploads/July_2018_Calendar.pdf

Berkley

So wird das vermeintliche Scheitern zur persönlichen „Schatztruhe“

Wir neigen dazu unser Leben aus der Mangel- und Verlustperspektive zu deuten und zu bewerten. Es wäre an der Zeit den Schmerz zu verlassen, aber… . Aber stellen Sie sich doch mal die Frage, wo das hinführt? Man kann sich auch in der Negativität „suhlen“. Wir können vieles nicht ändern, vor allem nicht das Vergangene! Und die Zeit vergeht, die Minuten verrinnen, die Tage verstreichen und so bleiben wir an der Vergangenheit haften und klagen über das Verlorene, Erlittene und Nichtgewagte.

Das vermeintliche Scheitern wird zur persönlichen „Schatztruhe“

Phil Hansen zeigt einen Weg aus dem Schmerz. Er hat die Begrenzung überwunden und die Chance zu einer neuen Kreativität und Schaffenskraft erkannt und genutzt. Das vermeintliche Scheitern wird zur „Schatztruhe“, zur Ressource und letztlich zum Weg in eine neue Lebensaufgabe. „Embrace the shake“! Schauen Sie sich die 27 Jahre Arbeitslager von Nelson Mandela an. Diese Erfahrung war die Vorbereitungszeit für seine Lebensaufgabe. Wer sonst  hätte Südafrika friedlich aus der Apartheit führen können? Dazu gehört allerdings die Entscheidung, nicht in die Bitterkeit, zu gehen, sondern anzuerkennen, was ist, zu vergeben (auch sich selbst!) , loszulassen und sich für neue Wege zu öffnen: Und dann gelingt es: „From Limitation to Liberation“!

 

11 Freunde müsst ihr sein!

Freundschaft steht über aller Funktion, jenseits von Nutzen-Kosten Berechnungen und lebt vom Vertrauen, auch wenn es durchs „Tiefe Tal der Tränen“ geht. Echte Freunde sind kostbar und nicht so breit gestreut auf dem Lebensweg. In unserem Zeitalter der „Verinselung“, in dem jeder seine Realität baut und der Individualismus zu einer prägenden Kraft unsere Lebenswelten geworden ist, klingt das schon fast komisch. Doch eigentlich wünscht es sich jeder.

Interkulturelle Teams

Und doch klingt es ja schon unrealistisch und verträumt: „11 Freunde müsst ihr sein!“ Die Zentrifugalkräfte in den Teams und Organisationen sind gigantisch. Gerade in interkulturell aufgestellten Teams mit verschiedenen Wertesystemen, wie wir sie heute in jedem beruflichen Kontext finden, lauert jede Menge Sprengstoff. Manchmal wäre man ja schon froh, wenn man im Team einfach kollegial miteinander auskommt und die kalten Konflikte nicht zu heissen Konflikten „hochkochen“. Der Wettbewerbsdruck ist enorm und schon auf dem Schulhof grassiert das gegenseitige Mobbing. In manchen Organisationen und Betrieben kommunizieren ganze Abteilungen kaum noch miteinander. Selbst mühsam erstrittene „Koalitionen“ zerbrechen. Im Extremfall heisst es, dass Freundschaft im professionellen, sportlichen oder politischen Kontext nichts zu suchen hat. Das ist Privatsache!

Das läuft ja wie geschmiert

Ich denke aber an ein ein Team, in dem ein „Rädchen“ ins andere greift. Jeder kennt seine Aufgabe und dient mit seinem Teil dem Ganzen und dem Anderen. Die Über- und Umsetzungskräfte solch eines Getriebes sind enorm. Die Zahnräder und Zwischenräume sind geölt und alles läuft wie geschmiert. Kein Sand im Getriebe! Denn man weiss, wie man die Konflikte frühzeitig anspricht oder so austrägt, dass der Konfliktpartner noch Arbeitskollege sein darf. Grosse Lasten werden mit wenig Reibungsverlust bewegt. Eine Organisation wird zum Organismus! Nur ein Ideal?

Das Kollektiv braucht die begabten Individualisten

Im Fussball erscheint das allerdings absolut spielentscheidend: Die Mannschaftsteile spielen fliessend zusammen, die Umschaltbewegung klappt hervorragend und die Spieler kennen „blind“ ihre Laufwege. Nur ein Traum?

Jedes Team braucht Führungsspieler, die etwas wagen und voran gehen. Das Kollektiv braucht die begabten Individualisten. Aber keiner darf sich auf Kosten der Gruppe profilieren. Der Trainer und Kybernetiker setzt auf beides. Das Zusammenspiel, die Kultur muss stimmen, und der einzelne Spieler soll auf seiner Position die Freiheit nutzen, ins Risiko gehen und den „tödlichen Pass“ oder den überraschenden Abschluss suchen.Der Alltag sieht aber oft so aus: Das Team muss zuerst zusammenwachsen. Spielzüge werden trainiert, die Technik verbessert und Kondition „geboltzt“. Endlose Stunden auf dem Trainingsplatz und im Kraftraum. Disziplin, Überwindung und Durchhaltevermögen! Erholungsphasen und Fokussierung auf das nächste Spiel. Die Einstellung muss stimmen!Und dann kommt es zu Situationen, in denen der Wettbewerb alles fordert und jeder über sich selbst hinauswachsen muss und schliesslich auch hinauswächst. Alle spüren, jetzt ist es soweit: „Redifine whats possible“.Quelle: So wird man zur Führungskraft: Fussballlegende Kiwi – Wynton Rufer! 

Genau das hat der MANNSCHAFT, Jogi Löws Truppe, gefehlt! Wie wir spätestens nach dieser WM in Russland wissen.

Aber wir wissen auch, wie es ist, wenn der eine sich für den anderen „verreisst“. Und die MANNSCHAFT den Sieg holt. Wenn tatsächlich alle über sich hinauswachsen. Erinnern sie sich noch an die Szene, als Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger nach dem Gewinn des Weltmeistertitels mit dem Pokal in den Armen über den Platz gehen?

Was sind schon Softskills?

Freundschaft hat eine Qualität, die wir gerade im komplett „durchkommerzialisierten Berufsalltag“ brauchen und geht über ein „bisschen sympathisch“ finden hinaus. Speziell wenn man mehrere 10.000 oder sogar 100.000 Euro (am Tag) verdient. Denn Freundschaft ist das „Schmiermittel“, das wir zwischen den funktionalen „Zahnrädchen“ unserer Organisationsstrukturen brauchen. Nur so stellt sich wirklicher Erfolg ein und der Gewinn wird nachhaltig gesichert, auch wenn Durststrecken kommen und manche Zwischenetappen verloren gehen. Dazu brauchen wir die entscheidenden „Softskills“, die helfen dass freundschaftliche Beziehungen in allen Lebensbereichen gelebt werden können. Und das fängt damit an, dass ich mir selbst ein guter Freund sein kann. Denn wenn ich selbst voller Kritik, Anklage, Ablehnung und Komplexen bin, wie soll ich dann auch noch die Fehler des anderen abfedern können?

Zum Weiterlesen

Die Philosphin Ina Schmidt ( http://www.denkraeume.net/ ) geht nun sogar noch weiter und stellt die Frage: Ist Freundschaft der Schlüssel zu einem guten Leben?

 

 

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Philosophen über Freundschaft 
Ist Freundschaft der Schlüssel
zu einem guten Leben?

Wer keine Freunde hat, der hat auch kein gutes Leben. Davon waren die antiken Philosophen überzeugt. Doch worin liegt der Wert der Freundschaft? Die deutsche Philosophin Ina Schmidt ist überzeugt: Freunde machen uns zu besseren Menschen.

Gute Freunde helfen uns dabei, moralisch besser zu werden, uns mit der Welt und uns selbst anzufreunden. Das schreibt die deutsche Philosophin Ina Schmidt in ihrem Buch «Auf die Freundschaft».

Diese Idee geht zurück auf Aristoteles, der die Freundschaft höher gewichtete als die Gerechtigkeit. Denn «unter Freunden bedarf es der Gerechtigkeit nicht», wie er schreibt.

Der Freund, ein Seelenverwandter?

Aristoteles unterscheidet drei Arten der Freundschaft: die Freundschaft des Nutzens, der Lust und der Tugend. In der Tugendfreundschaft sieht er die höchste Form der Freundschaft, da in ihr jeder das Beste für den Anderen möchte.

Durch dieses gegenseitige Wohlwollen können beide moralisch wachsen. Zudem findet jeder im Anderen einen Gleichgesinnten, eine Art von Spiegel, ja gar einen Seelenverwandten.

Der Freund, ein Geheimnis?

Der Soziologe Georg Simmel hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts jedoch darauf hingewiesen, dass wir mit Freunden immer nur einzelne Seiten unserer Person teilen: bestimmte Interessen, Tätigkeiten oder Gesprächsthemen.

Selbst der beste Freund bleibe im Kern immer ein Geheimnis. Simmel spricht deshalb von einer «differenzierten Freundschaft».

Ziemlich beste Freunde

Gleichwohl findet Ina Schmidt, Freunde hätten ganz grundlegende Gemeinsamkeiten, eine «gemeinsame Art, die Welt zu sehen» oder ein «gemeinsames Grundverständnis dessen, was das Gute ausmacht».

Als Beispiel nennt sie den Erfolgsfilm «Ziemlich beste Freunde». Darin haben der adlige Tetraplegiker Philippe und der kleinkriminelle Algerier Driss aus den Banlieues auf den ersten Blick so gar keine Gemeinsamkeiten.

Doch unter der Oberfläche sei eine Ähnlichkeit festzustellen: Beide leben an Rändern der Gesellschaft. Zudem gleicht sich ihr Blick auf die Welt im Laufe der Zeit an. Und schliesslich sei da der gemeinsame Humor, von dem der österreichische Philosoph Ludwig Wittgenstein sagte, er sei «keine Stimmung, sondern eine Weltanschauung».

Mein bester Freund: ich selbst

Ina Schmidt betont noch einen weiteren Aspekt der Freundschaft, der bereits für den römischen Philosophen Seneca von zentraler Bedeutung war: die Freundschaft mit sich selbst.

Für eine solche Selbstfreundschaft braucht es Wohlwollen, Verständnis, Ehrlichkeit und Verantwortung – und zwar sich selbst gegenüber. Diese Selbstfreundschaft sei zugleich die Grundlage jeder anderen Freundschaft, meint Ina Schmidt: «Wenn ich mich selbst nicht leiden kann, wie kann ich dann jemandes Freund sein?»

Buchhinweis

Ina Schmidt: «Auf die Freundschaft. Eine philosophische Begegnung oder was Menschen zu Freunden macht». Ludwig Verlag, 2014 (vergriffen).

Zudem helfe uns die Selbstfreundschaft, das kränkende Gefühl der Einsamkeit zu überwinden. Denn wer mit sich selbst befreundet sei, lebe in ständiger Begleitung eines guten Freundes.

Das alles bedingt jedoch, dass wir uns Zeit nehmen, Zeit für uns selbst und für unsere Freunde. Das sei heute zwar schwieriger, aber auch wichtiger geworden, denn immer mehr Menschen finden: Freunde sind die bessere Familie.

Mentale Stärke entwickeln, „Gut sein, wenn`s drauf ankommt“: Interview Prof. Hans Eberspächer

Jetzt ist es Zeit sich zu erinnern: „Gut sein, wenn`s drauf ankommt“, was für ein Buchtitel…!!!! Gerade mit den Erfahrungen der letzten Woche in den Knochen, stellt sich die Frage nach dem Wesen mentaler Stärke.

  • Wie kann es gelingen, sein volles Potential abzurufen?
  • Wie begegnet man Blockaden, Lähmungen und „Bremsblöcken“ (im Kopf)?
  • Wie schüttelt man die „Schwere“ aus den Beinen und geht in Angriffsmodus?
  • Wie kommen wir als Team von der Organisation zum Organismus?
  • Was kann man von Topleistern lernen?

Prof. Hans Eberspächer war eine sehr prägende Gestalt für alle, die sich im Bereich Mentaltraining weiterentwickeln wollten. Er gilt als der Pionier der praktischen Sportpsychologie in Deutschland. Er selbst hat mehrere Nationalmannschaften sportpsychologisch betreut und war bei mehreren Olympischen Spielen akkreditiert.

Hans Eberspächer (* 15. April 1943 in Stuttgart; † 7. Oktober 2014 in Heidelberg) war ein deutscher Psychologe, Sportlehrer und Sportwissenschaftler, der vor allem durch seine Arbeitsschwerpunkte in der Beanspruchungs- und Regenerationsforschung mit Trainingskonzepten der mentalen Handlungsregulation im Hochleistungssport bekannt wurde. Er galt als führender Vertreter seiner Fachbereiche und als Vorreiter der angewandten Sportpsychologie. Er war Herausgeber und Autor von 15 Büchern. Wikipedia

BUCHEMPFEHLUNG:

„Erfolg haben heißt, einmal mehr aufstehen, als man hingefallen ist.“ (Winston Churchill)

Ein junger Mann fragte mich einmal in einem Workshop: Was mache ich, wenn ich aufgegeben habe? Wenn alles zuviel wird und ich dem Druck nicht mehr standhalten kann? In diesem Workshop ging es um das Thema „Druck aushalten“. Ein ehemaliger Top-Fussballprofi, der früher im Tor eines Bundesligaspitzenclubs stand, erzählte seine Geschichten. Und die Zuhörer waren fasziniert, wie dieser Mann gelernt hatte, mit dem wöchentlichen Druck umzugehen. Ein Torwart weiss, was es bedeutet Fehler zu machen. Seine Aufgabe ist es, Tore zu verhindern. Fast jeder Fehler hat ernste Konsequenzen. Fehler sind dabei oft spielentscheidend. Man denke nur an das eine oder andere Elfmeterschiessen. Der Schritt vom Matchwinner zum Looser ist klein.

Die Frage des jungen Mannes gab dem Workshop aber seine entscheidende Wende. Davor wagte es keiner, seinen „Panzer“ abzulegen. Doch als er sich hinter der Mauer aus Erfolg und Glamour hervor wagte, war das Gespräch offen.

Erfolge werden gefeiert, aber wer spricht schon gerne von diesen Momenten. Man muss schon den Mut haben und genau hinschauen. Manche, die durch diese Erfahrung gegangen sind, nennen es auch „die Gnade des Nullpunktes“. Erst hier kommt heraus, was wirklich drin ist. Reaktionsmuster laufen oft unbewusst ab. Wer gelernt hat, sich bewusst mit diesen Mustern auseinander zu setzen, hat einen entscheidenden Pluspunkt. Dazu müssen wir uns folgenden Fragen stellen:

  • Was passiert in unserem Kopf, wenn etwas schief geht, wir einen Fehler machen?
  • Was wenn unsere Werte, Ziele oder Traditionen durch plötzlich auftretende Ereignisse und Veränderungen in Frage gestellt werden?
  • Was wenn wir kein Land mehr sehen und man sich von der Situation überwältigt fühlt?
  • Was tun wir in dem Moment, wenn schon der Gedanke des Aufgebens in uns auftaucht?
  • Welche Reflexe haben wir gelernt?
  • Welche Reiz-Reaktions-Muster beherrschen dann unser Denken und Fühlen?

Entscheidende Momente im Leben zeichnen sich dadurch aus, dass ein Mensch eben nicht aufgibt, sondern den Gegebenheiten „ins Auge sieht“, die Situation anerkennt und Verantwortung übernimmt. Dazu braucht man manchmal die „True Companions“, die Menschen, die einem zur Seite stehen und das Rückgrat stärken bevor das Gift des Selbstmitleids, der Selbstanklage und Resignation lähmt. Man kann zum Radsport stehen wie man will, aber manchmal gleicht das Leben einer Bergetappe. Der „True Companion“ Udo Bölts ist mit seiner drastischen Redewendung zur Legende geworden: „Als sein Teamkapitän Jan Ullrich 1997 als Gesamtführender auf der 18. Etappe der Tour de France in den Vogesen schwächelte, feuerte er ihn mit dem Spruch an: „Quäl dich, du Sau!“. (Wikipedia) Harte Worte, aber in dieser Situation äusserst wirksam.

Negatives „Wenn-Dann-Denken“ oder die übermächtige Stimme des „inneren Kritikers“, die aus einem Missgeschick, einer Schwäche oder Fehlverhalten eine Niederlage machen wollen, können überwunden werden. Heather Dorniden veranschaulicht auf sehr eindrückliche Weise den Satz: „Erfolg haben heißt, einmal mehr aufstehen, als man hingefallen ist.“

Big 10 Indoor Track Championship Heather Dorniden’s 600m Race

„Hohe Erwartungen, grosse Ziele und dann sowas!“ Enttäuschung überwinden

Je nach dem wie massiv ein Frustrationserlebnis ist und wie lange die Enttäuschung dauert, kann es sein, dass wir an Erfahrungen hängen bleiben und bitter werden. Bitterkeit ist ein Gefühl, besser gesagt eine Einstellung oder Sichtweise, die sehr zerstörerisch wirken kann, bis hin zu psychosomatischen Erkrankungen. Und viele Beziehungen leiden jahrelang an bitteren Blockaden. Man bleibt irgendwie an den Kränkungen, Verletzungen und Enttäuschungen hängen und kommt nicht darüber hinweg.

„Gravitation der Not“

Aber wie kann man denn nicht bitter werden, wenn sich jede positive Prognose als falsch erweist und die Berechnungen falsch waren? Wenn Vertrauen missbraucht wird und die Umstände sich gegen einen verschworen haben. Die „Gravitation der Not“ zwingt viele in eine „Rund-ums-Leid-Kampfbahn“ und Jammern wird zum Grundtenor der inneren und äusseren Kommunikation. Selbstmitleid auf der einen und Schuldzuweisungen auf der anderen sind das traurige Ergebnis. Im Job hui und privat pfui oder andersrum. Es gelingt nicht mehr, sich von den bitteren Gedanken zu lösen, es wird sogar zur Lebenseinstellung. Das Gute wird nicht mehr gesehen, Dankbarkeit ist ein Fremdwort. Der Mangel wird verwaltet, aber Spass macht das auf keinen Fall. Die Lebensperspektive erscheint grau in grau. Auf die Zukunft habe ich keinen Bock! „Brauchst nichts erwarten, wirst schon nicht enttäuscht!“ Völlig abgelöscht!

„High-Achievers“ ticken anders

Gerade bei „High-Achievers“, den Menschen, die den unbedingten Erfolg suchen, geistig, moralisch, sportlich, wirtschaftlich oder sozial, kann die Sache immer wieder kippen, wenn es, wie oben beschrieben, nicht so läuft wie erwartet. Man will sich ja auf ein Ziel ausrichten und alles für die Erreichung geben. Man will sich kein „Hintertürchen“ auflassen. Fokussiert und konzentriert. „Das würde ich mir nie verzeihen…“, so oder ähnlich wird der Weg in die Bitterkeit gepflastert. „Ich weiss nicht, ob ich Ihr das vergeben kann…“, mit so einem Statement wird die Bitterkeit schon im Voraus angedeutet. Bitterkeit und „Unversöhnlichkeit“ sind nämlich Geschwister. „Wenn das schief geht, dann kannst Du Dich gleich einsalzen lassen…“, und schon haben wir ein negatives Frustrationsmanagement.

Raus der Gravitation der Not

Ein Schlüssel zum besseren Umgang mit Frustrationserlebnissen ist die Fähigkeit sich zu distanzieren. „Raus aus der Gravitation der Not“, raus aus der „Rund-Um-Das-Leid-Kampfbahn“, heisst das entscheidende Motto. Nur, wie geht das? Gerade wenn man mitten drin steckt.

Hier eine unvollständige Liste möglicher Schritte:

  1. Interessanterweise ist der erste Schritt, dass ich Verantwortung für meinen Anteil an der Enttäuschung übernehme. Niemand ist nur Opfer! You deserve what you tolerate!
  2. Ich schreibe die Geschichte auf. Subjektiv, mit allen Emotionen, ungefiltert, ohne zu bewerten! Ich formuliere, vielleicht unter Tränen, was mich bitter macht.
  3. Ich suche das Gespräch mit jemanden, der ausserhalb der „Rund-Um-Das-Leid-Kampfbahn“ steht und mir unabhängig und aufrichtig Feedback geben kann.
  4. Ich nutze Mittel wie z.B. Systemaufstellungen, um die Situation von aussen anzuschauen (Lego- oder Playmobilfiguren der Kinder sind da ganz hilfreich) Wo stehe ich? Wer steht wie zu wem?
  5. Ich agiere die Bitterkeit und Wut körperlich aus. Manchen hilft Holzhacken, andere laufen bis zur Erschöpfung.
  6. Ich bewege mich weg vom Schmerz und der Bitterkeit. Ich mache mich auf den Weg, so gut ich kann und so weit wie möglich. Ich lasse los. Erst symbolisch, dann mit Leib und Seele.
  7. „Worte schaffen Wirklichkeit-1“: Achten Sie auf Ihre Sprache. Vielleicht entlarven Sie ja so einen sich wiederholenden „Frustrationssatz“ (Meistens mit „Wenn…dann“). Widerrufen sie ihn. Schreiben Sie ihn auf und verbrennen sie den Zettel.
  8. „Worte schaffen Wirklichkeit“-2″: Suchen Sie positive Aussagen, die den Frustrationssatz ersetzen.
  9. Was war heute gut? Ich fange eine neue „Dankbarkeitsliste“ an und trainiere den „Dankbarkeitsmuskel“ regelmässig! „Im Danken kommt Neues ins Leben!“
  10. Holen Sie sich Feedback von Freunden. Menschen, die realistisch sind und eher Hoffnung verbreiten, als miese Stimmung
  11. Machen sie eine „Kann ich gut“- Liste
  12. Machen Sie eine „Möchte ich gerne“- Liste
  13. Setzen Sie sich kleine (Wochen-) Ziele und besprechen Sie diese mit einem (Geschäfts-) Partner
  14. Lernen Sie die „Kunst der kleinen Schritte“
  15. Belohnen Sie sich. Was würden Sie jetzt gerne machen?

Hier ein sehr hilfreicher Artikel von Solveig Bach auf n-tv.de zum Weiterdenken:

Michael Linden hat die Posttraumatische Verbitterungsstörung beschrieben.

Weisheit als Therapie: Wenn das Leben nur noch bitter schmeckt

Von Solveig Bach

In jedem Leben gibt es einschneidende Ereignisse: Scheidung, eine überraschende Kündigung oder Todesfälle. Die meisten Menschen können damit umgehen, doch einige verwinden es nicht und verbittern so sehr, dass ihnen nur noch schwer zu helfen ist.

Der Ex-Mann brennt mit der Sekretärin durch. Der Chef befördert den erwiesenermaßen faulen Kollegen. Die weit entfernte Cousine erbt alles, obwohl man selbst die Tante gepflegt hat. Die Möglichkeiten, dass einem das Leben übel mitspielt, sind unendlich. Und genauso vielfältig sind die menschlichen Reaktionen darauf.

Die meisten Menschen ärgern sich kräftig und schlagen dann das nächste Kapitel auf. Es gibt aber auch die anderen: Die ihr erfahrenes Unrecht bei jeder Gelegenheit erneut aufwärmen und daran leiden, als wäre es gerade erst passiert. Manchmal entwickeln sie Schlafstörungen, Ängste oder Verhaltensauffälligkeiten. Unentwegt kreisen sie um jenes einschneidende Lebensereignis. Der Psychiater und Psychotherapeut Michael Linden von der Berliner Charité hat Anfang der 2000er-Jahre das Krankheitsbild der Posttraumatischen Verbitterungsstörung beschrieben, das in ähnlicher Form auch schon von Kraepelin, dem Urvater der Diagnostik psychischer Störungen, diskutiert wurde.

Die Erfahrung von Linden war, dass Patienten mit ausgeprägter Verbitterung sehr schwer zu behandeln sind. „Uns wurde deutlich, dass wir gar nicht wissen, was wir mit denen machen sollen“, erzählt er n-tv.de Verbitterung ist zunächst einmal ein völlig normales Gefühl, das die meisten Menschen irgendwann im Leben haben, das sie dann aber eben auch wieder loslassen können. „Aber es gibt auch Verbitterung, die von der Intensität her so stark ist, dass sie eine neue pathologische Qualität bekommt“, sagt Linden über die krankhafte Form dieses Gefühls. Diese Patientinnen und Patienten sind aus seiner Sicht schwer krank. Häufig sind sie schon lange arbeitsunfähig, haben bereits ein Dutzend Diagnosen bekommen oder einen erheblichen Medikamentenkonsum. „Trotzdem geht es ihnen schlechter als vorher“, stellt Linden dann oft fest. Die Betroffenen sehen sich als Opfer und wollen sich auch nicht wirklich helfen lassen.

Wie bei Kain und Abel

Anfällig sind Menschen mit ausgeprägten Wertvorstellungen, die sich also als Person sehr stark über ihre Karriere oder ihre Familie definieren. Wenn sich dann Leistung gar nicht wirklich lohnt und Liebe nicht ewig währt, fühlen sie sich vom Schicksal oder vom Leben verraten.

Ein zweiter Baustein ist die menschliche Erinnerung, die Ereignisse besonders lange abspeichert, die sehr überraschend kommen, gravierende Folgen haben und mit starker emotionaler Erregung einhergehen. Das trifft beispielsweise auf den Mauerfall oder die Terroranschläge vom 11. September zu, aber eben auch auf den Tag, als einem nach Jahren aufopferungsvoller Arbeit die Kündigung ins Haus flatterte. Diese negativen Ausnahmeerlebnisse brennen sich dann geradezu ins emotionale Gedächtnis ein.

Für Linden ist die Geschichte von Kain und Abel aus der Bibel ein klassisches Beispiel für eine Verbitterungsstörung. Beide Brüder haben Gott ein Geschenk gemacht, aber Gott hat nur das von Abel angenommen. Das hat Kain so sehr gekränkt, dass er seinen Bruder tötete. Daran sieht man, dass Verbitterung zu blindwütigen Reaktionen führen kann. Und noch etwas könne man an diesem Beispiel gut sehen, meint Linden. Aus Gottes Sicht stellt sich die Situation ganz anders dar. „Ihm kann ja keiner vorschreiben, welches Geschenk er wählen muss. Er hat einfach nur eine ihm zustehende Entscheidung getroffen.“

Genau das versuchen Familie und Freunde auch Verbitterten zu sagen: Niemand habe eben ein Anrecht darauf, dass sein Leben störungs- oder kränkungsfrei verläuft. Der Verbitterte kann damit in seinem konkreten Fall nur leider nichts anfangen. Linden weiß auch, warum: „Der Glaube an eine gerechte Welt ist angeboren. Wenn wir Ungerechtigkeit erleben, reagieren wir alle kämpferisch. Was wir jedoch für gerecht halten, das ist sozial erlernt.“ Diese Rechtsnormen sind psychologisch gesprochen sogenannte Grundannahmen, die Menschen nicht mehr infrage stellen. „Wir halten unsere eigene Weltsicht immer für unbedingt richtig und nicht hinterfragbar.“ Deshalb ist das erfahrene Unrecht so unverzeihlich und unvergesslich.

Die Weisheit zu unterscheiden

Inzwischen haben Linden und Mitarbeiter für diese Patienten einen ganzen Werkzeugkasten entwickelt, wozu die „Weisheitstherapie“ gehört. Dabei wird der Versuch unternommen, eine andere Sicht auf das Ereignis zu entwickeln. Psychologen nennen das „Reframing“. Allerdings kann man die dafür erforderlichen Fähigkeiten nicht mit dem unmittelbaren Blick auf das Problem des Patienten trainieren. „Das funktioniert nicht“, sagt Linden.

Stattdessen versuchen die Patienten, an fremden Problemen beide Seiten der Medaille zu sehen und probieren so den Perspektivwechsel. Sie üben sich in Gelassenheit und lösen sich ein wenig vom eigenen Absolutheitsanspruch. Sie geben der Zeit die Chance, die Wunden zu heilen und nehmen die Dinge vielleicht sogar mit Humor.

Wenn es gut läuft, können die Patienten diese Fähigkeiten schließlich auf ihr eigenes Dilemma anwenden und die Verbitterung loslassen. Beispielsweise die Weisheitsdimension, die Linden „Selbstdistanz“ nennt. „Übersetzt könnte man sagen: Man darf sich selbst nicht so wichtig nehmen.“ Der Psychologe hat dafür auch gleich ein Beispiel parat: „Wenn ein großer Konzern ein Werk schließt, dann ist es wichtig, dass der gekündigte Mitarbeiter versteht, dass in der Konzernzentrale irrelevant ist, ob er noch ein Häuschen abzahlt und dass er auch keinen Anspruch darauf hat, dass sein Betrieb niemals restrukturiert wird.“

Am Ende könnte die Erkenntnis stehen, dass es immer einen Teil des Lebens gibt, den jeder selbst beeinflussen kann. Linden fällt dazu ein Weisheitsklassiker ein: „Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Quelle: n-tv.de

„Zeit, dass sich was dreht!“

Können Sie sich noch daran erinnern, wie wir 2006 das Lied von Herbert Grönemeyer gesummt, gesungen oder gegröhlt haben? „Zeit, dass sich was dreht!“ Das WM-Sommermärchen. Natürlich musste man an das runde Leder denken, die Dynamik des Spieles – jetzt gehts ab! Ich hatte das Vorrecht einige Spiele in München live zu sehen. Z.B. Philip Lahms Traumtor im Eröffnungsspiel gegen Costa Rica, oben rechts in den Winkel. Und dann Portugal gegen Frankreich. Zidane und Ronaldo, als Spieler auf einem Platz! Dazu der junge Ribery, Thierry Henry und Figo. Muss ich mehr sagen? Da kommt man schon ins Schwärmen.
Beim ersten Hören des Songs gingen mir aber auch noch weitere Gedanken durch den Kopf. Es ist Zeit der Veränderung, etwas verändert sich, muss sich verändern. Festgefahrenes kommt in Bewegung. Aber wie? Manchmal fehlt der Durchblick, die Situation erscheint verstrickt, man steht wie der „Ochse vor dem Berg“.

„Wer jetzt nicht lebt, wird nichts erleben…“

Wer jetzt nicht lebt,
wird nichts erleben.
Bei wem jetzt nichts geht,
bei dem geht was verkehrt.
Zahl ist gefallen,
die Seiten vergeben.
Du fühlst, du träumst.
Du fühlst, du glaubst, du fliegst.
Du fliegst.
Du fliegst!oe-ole-oe
oe-ole-oe

Die Sekunden sind gezählt.
Hoffnungen übergroß! Es wird Zeit, dass sich was dreht,
was dreht,
was dreht! Wer sich jetzt nicht regt,
wird ewig warten.
Es gibt keine Wahl
und kein zweites Mal!
Die Zeit bereit,
nicht zu vertagen.
Du fühlst, du träumst.
Du fühlst, du glaubst, du fliegst.
Du fliegst.
Du fliegst!
was dreht,
was dreht!

was dreht! Zeit, dass sich was dreht!

Jetzt dreht sich was – Reframing!

Joe Everson malt buchstäblich vor Augen, was es bedeutet, wenn sich etwas dreht. Wenn sich unsere Sicht der Dinge verändert. Manchmal muss man die Dinge von einer ganz anderen Seite anschauen, in einem neuen Licht. Die bisherige Sichtweise lässt nur Unverständnis zu. Bisherige Erklärungen und Deutungen funktionieren nicht mehr.

Und dann kommt es zu einem Gespräch, zu einem Ereignis, einer neuen Idee. Man kann die Situation plötzlich auch ganz anders anschauen oder mit anderen Augen betrachten. Reframing! Ach so! Jetzt verstehe ich das!
Wir brauchen immer wieder ein Gegenüber, das eine neue Sicht auf die Dinge mitbringt, damit sich unsere festgefahrenen Sicht- und Denkweisen drehen. Gerade wenn es Zeit ist, dass sich was dreht.

„If you change the way you look at things the things begin to change.“

Wayne Dyer

Was macht uns stark? Wachstumsphasen der Persönlichkeit

Wir alle haben es selbst erlebt. Wir durchlaufen verschiedene Lebensphasen, in denen bestimmte Themen dran sind. In der Entwicklungspsychologie hat Erik H. Erickson dazu die Grundlagen unseres heutigen Verständnisses gelegt. Es hilft sehr , wenn man sich selbst oder auch seine eigene Rolle als Vater, Trainer, Lehrer oder Vorgesetzter besser verstehen will.

StockSnap_21503D358DWir brauchen also ein Verständnis davon, was in welchem Lebensabschnitt passiert. Welche Reifungsschritte ein Mensch gehen kann und soll. Gerade in altershomogenen Gruppen, wie z.B. einer Schulklasse oder einer Jugendmannschaft kann man sehr genau erkennen, wer wo steht und wer welche Schritte geht.

Highpotentials und Normalos

Stress im Elternhaus, Mobbing oder auch Krankheiten, Unfälle und andere Schicksalsschläge haben dabei einen grossen Einfluss. Highpotentials sind da genauso betroffen wie der „Normalo“. Talent muss sich entwickeln und entfalten können. Dazu braucht es ein Setup, innere und äussere Strukturen, die Halt und Schutz bieten, damit das „Pflänzchen wachsen und gedeihen kann“. Oder um ein anderes Bild zu bemühen: Manche haben einen Motor wie ein Porsche, aber ein Fahrgestell wie eine Ente. Bei jeder Bodenwelle haut es sie aus der Spur. So manches Jahrhunderttalent ist eben nicht im Profikader angekommen. Da braucht es „Stabilisatoren“!

Resilienz – Vertrauenspersonen gesucht

Der Überlebensmodus, in den viele in Krisenzeiten verfallen, ist dabei allerdings nicht sehr hilfreich. Psychosomatische Symptome oder Fehlzeiten sind Alarmsignale, die auch als solche wahrgenommen werden müssen. Aus der Resilienzforschung weiss man, dass ein Kind eine erwachsene Vertauensperson braucht, mit der es sich von Herzen verbunden fühlt und dem es vertraut. Das fängt Vieles ab und hilft Hindernisse zu bewältigen. Die familiären Strukturen sind da in manchen Fällen überfordert oder sogar kontraproduktiv. Deshalb haben Bezugspersonen ausserhalb der Familie ein grosse Bedeutung. Familien, Schulen, Vereine, Ausbildungsbetriebe oder Hochschulen sind Orte, an denen Persönlichkeiten heranreifen oder eben nicht.

Offensiv spielen – aufrecht durchs Leben gehen

Hier ein Link zu einem kurzen Filmbeitrag über die Kauai-Studie von Emmy Werner, in dem dargestellt wird, was es braucht, damit ein Mensch zu einer verantwortlichen und belastbaren Persönlichkeit werden kann, die „aufrecht durchs Lebens geht“. Ein Mensch, der sich den Herausforderungen des Lebens stellt, der auf dem Spielfeld des Lebens offensiv die Chancen nutzt, die sich bieten und sich nicht ängstlich hinten rein stellt und passiv abwartet oder destruktiv / aggressiv  andere gefährdet.

Resilienz – Was macht Kinder stark?

 

Was geschieht in welchem Alter? Kimberley Key schildert in diesem Artikel  sehr prägnant die Schwerpunkte der verschiedenen Lebensphasen:

Finding Meaning Through Life’s Stages | Psychology Today

Training für Talente und Trainer!

Zusammen mit Wynton Rufer und vielen tollen Kollegen und Kolleginnen aus dem Fussballprofibereich habe ich Fussballnachwuchsprojekte entwickelt und durchgeführt. Im Jahr 2000 war das noch Pionierarbeit und ein riesen Spass! Danach kamen ausserdem jedes Jahr Talente der Soccer School Of Excellence aus Neuseeland dazu. Bis zu 320 Kinder und Jugendliche nahmen daran teil. Ihnen wurde aber nicht nur eine hervorrragende Technik-, Taktik- oder Koordinationsschulung vermittelt. Im Focus stand die Vermittlung von „Lifeskills“. Otto Rehagel stellte ja schon sehr treffend fest: „Fussball ist das Spiel des Lebens“, deshalb geht es um Kopf und Herz: Leidenschaft und kühlen Kopf, Fairplay und Siegeswille, Disziplin und Spielfreude.

Du kannst den jungen Spielern sagen was Du willst, die machen dich sowieso nach. Deshalb braucht es gerade in der Talentförderung Menschen, die mit einem positiven Ansatz voraus gehen: „Walk The Talk“. Leben, was man sagt und aufrichtig Feedback geben. Nicht nur aus pädagogischer Romantik, sondern im vollen Bewusstsein, dass der Mensch am Du zum Ich wird (Martin Buber). Die Trainer in meinem Fußballerleben waren prägende Gestalten, die ich bis heute noch alle beim Namen nennen kann.

Und wenn man dann bedenkt, dass echte Führungskraft mit der persönlichen Selbstführung beginnt, dann ist völlig klar welche Verantwortung beim Übungsleiter, Lehrer und den Eltern liegt.

Trainer brauchen selbst einen Coach, der mit ihnen ihre Führungsrolle reflektiert. Trainer brauchen selbst einen Coach, der mit ihnen die Führungsskills trainiert, die nicht nur aus einem Reflex heraus kommen sollen („So ist er eben“), sondern bewusst, professionell und zielführend eingesetzt werden.

Deshalb waren die Trainingscamps für Nachwuchstalente auch immer die Gelegenheit, die Trainer zu trainieren. Nach den Trainingseinheiten auf dem Platz gab es deshalb immer auch Gespräche und Vorträge, in denen die eigene persönliche Einstellung und das pädagogische Handeln reflektiert und gegebenenfalls neu justiert wurde.

Hier ein Ausschnitt des Teams unserer internationalen Fussballnachwuchsprojekte in München.

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Vorne rechts: Dirk Wahlandt, Wynton Rufer, Shelley Thompson (jetzt Shelley Aehlig). Hinten von rechts: Bodo Sandrock, Tomas Tomic, Dennis Ibrahim, Marco Bode, Michael Henke, Dietmar Ness.Auf dem Bild fehlen: Cacau, Andi Bluhm, Annemieke Kiesel-Griffioen, Colin Bell, Dirk Schmidt, Jens Rasiejewski, Jürgen Rollmann