„Erfolg haben heißt, einmal mehr aufstehen, als man hingefallen ist.“ (Winston Churchill)

Ein junger Mann fragte mich einmal in einem Workshop: Was mache ich, wenn ich aufgegeben habe? Wenn alles zuviel wird und ich dem Druck nicht mehr standhalten kann? In diesem Workshop ging es um das Thema „Druck aushalten“. Ein ehemaliger Top-Fussballprofi, der früher im Tor eines Bundesligaspitzenclubs stand, erzählte seine Geschichten. Und die Zuhörer waren fasziniert, wie dieser Mann gelernt hatte, mit dem wöchentlichen Druck umzugehen. Ein Torwart weiss, was es bedeutet Fehler zu machen. Seine Aufgabe ist es, Tore zu verhindern. Fast jeder Fehler hat ernste Konsequenzen. Fehler sind dabei oft spielentscheidend. Man denke nur an das eine oder andere Elfmeterschiessen. Der Schritt vom Matchwinner zum Looser ist klein.

Die Frage des jungen Mannes gab dem Workshop aber seine entscheidende Wende, Davor wagte es keiner, seinen „Panzer“ abzugelegen. Doch als er sich hinter der Mauer aus Erfolg und Glamour hervor wagte, war das Gespräch offen.

Erfolge werden gefeiert aber wer spricht schon gerne von diesen Momenten. Man muss schon den Mut haben und genau hinschauen. Manche, die durch diese Erfahrung gegangen sind, nennen es auch „die Gnade des Nullpunktes“. Erst hier kommt heraus, was wirklich drin ist. Reaktionsmuster laufen oft unbewusst ab. Wer gelernt hat, sich bewusst mit diesen Mustern auseinander zu setzen, hat einen entscheidenden Pluspunkt. Dazu müssen wir uns folgenden Fragen stellen:

  • Was passiert in unserem Kopf, wenn etwas schief geht, wir einen Fehler machen?
  • Was wenn unsere Werte, Ziele oder Traditionen durch plötzlich auftretende Ereignisse und Veränderungen in Frage gestellt werden?
  • Was wenn wir kein Land mehr sehen und man sich von der Situation überwältigt fühlt?
  • Was tun wir in dem Moment, wenn schon der Gedanke des Aufgebens in uns auftaucht?
  • Welche Reflexe haben wir gelernt?
  • Welche Reiz-Reaktions-Muster beherrschen dann unser Denken und Fühlen?

Entscheidende Momente im Leben zeichnen sich dadurch aus, dass ein Mensch eben nicht aufgibt, sondern den Gegebenheiten „ins Auge sieht“, die Situation anerkennt und Verantwortung übernimmt. Dazu braucht man manchmal die „True Companions“, die Menschen, die einem zur Seite stehen und das Rückgrat stärken bevor das Gift des Selbstmitleids, der Selbstanklage und Resignation lähmt. Man kann zum Radsport stehen wie man will, aber manchmal gleicht das Leben einer Bergetappe. Der „True Companion“ Udo Bölts ist mit seiner drastischen Redewendung zur Legende geworden: „Als sein Teamkapitän Jan Ullrich 1997 als Gesamtführender auf der 18. Etappe der Tour de France in den Vogesen schwächelte, feuerte er ihn mit dem Spruch an: „Quäl dich, du Sau!“. (Wikipedia) Harte Worte, aber in dieser Situation äusserst wirksam.

Negatives „Wenn-Dann-Denken“ oder die übermächtige Stimme des „inneren Kritikers“, die aus einem Missgeschick, einer Schwäche oder Fehlverhalten eine Niederlage machen, können überwunden werden. Heather Dorniden veranschaulicht auf sehr eindrückliche Weise den Satz: „Erfolg haben heißt, einmal mehr aufstehen, als man hingefallen ist.“

Big 10 Indoor Track Championship Heather Dorniden’s 600m Race

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