Die Kunst der Transformation – Blockaden überwinden

Ich möchte nochmal eine kleine „Tiefenbohrung“ zum letzten Blog machen. Unsere Kultur ist so reich an Erkenntnissen und Weisheiten, nur viele kennen sie nicht mehr. In jedem Jahreszyklus gibt es kulturell verankerte Anlässe, die uns helfen sollen, das Leben zu verstehen und zu meistern.

Wir gehen heute am Palmsonntag auf die Karwoche zu: ich möchte das hier nur anreissen. Auch hier wieder eine Deutungs- und Gestaltungshilfe für unser Leben, nachzulesen z.B. in der Bibel: Lukas Evangelium Kapitel 23+24. Hier geht es nicht um romantisch religiöse Prosa, sondern zutiefst um unser „Menschsein“, darum wie das Leben funktioniert:

  1. Karfreitag: Sterben
  2. Karsamstag: Begraben
  3. Ostersonntag: Neues Leben

Wenn es darum geht, Neues im Leben zu gewinnen, etwas Neues zu erschaffen, Neuland zu erobern, muss dass Alte abgeschlossen, „gestorben und begraben sein“. Die Kraft des Neuen, kann sich nur dann wirklich entfalten, wenn wir das Alte loslassen!

Was blockiert denn da?
Jedes Ziel, jede Hoffnung braucht deshalb eine bewusste Bilanz

Nur mal einen kurzen Moment in den Spiegel schauen: Standortbestimmung:

  • Wieviele enttäuschte Hoffnungen hängen uns nach, zwingen uns in die Defensive, machen uns bitter,…?
  • Was ist mir das Wichtigste im Leben?
  • Welche Ideale muss ich „stürzen“? Weil sie mich ständig in die Frustration treiben!
  • Welche Ideale haben mich soviel vom Leben gekostet?
  • Wieviele Leichen liegen noch im Keller, wurden aber nie begraben? „Mach bloss nicht die Kellertür auf, da stinkts zum Himmel!“
  • Bei wem muss ich mich noch  entschuldigen? Wer vergibt mir? Kann ich mir selbst vergeben?
  • Wievielen Menschen trage ich Ihre Schuld nach? „Wenn der/die nicht….!“
  • Wie oft halte ich mich an den Verletzungen der letzten Jahre auf?
  • Wo suche ich Trost? Betäubung? Entspannung?
  • Wieviel Traurigkeit hat noch keine Träne hervorgebracht und modert in uns bis sich körperliche Symptome zeigen: „Schweigt der Mund, so tun es die Gebeine kund!“
  • Wieviel Wut wird unterdrückt wie ein Ball unter Wasser? Und wir wundern uns, wenn wir die Hände nicht frei haben und die ganze Energie dahin geht, dass dieser Ball nur nicht hochploppt?
  • Warum höre ich nicht auf zu kämpfen? Für Dinge und gegen Menschen?

Abschied und Neubeginn – Der Trauerprozess nach Elisabeth Kübler-Ross

Diese Prozesse hat z.B. Elisabeth Kübler-Ross in Ihren Forschungen bei der Begleitung von sterbenden Menschen beobachten können,dann wenn es wirklich auf das ultimative „Loslassen“ zugeht:

griefprocess

Phase 1: DENIAL: Schock und Nichtwahrhabenwollen

Schock! In dieser Phase leugnet die Person zunächst noch den Verlust. Ist das alles nur ein böser Traum? Man fühlt sich gelähmt und unfähig Entscheidungen zu treffen. 


Phase 2: PAIN: Schmerz:

Wir blicken der Wahrheit ins Auge! In dieser Phase begreift die Person, dass der Verlust tatsächlich eingesetzt hat. Dies ist die chaotischste und erschreckendste Phase der Trauer. Viele Personen wenden sich in dieser Phase Alkohol und illegalen Drogen zu, um mit der Situation klar zu kommen. Schuld und Gewissensbisse sind an der Tagesordnung, während man sich selbst den Entscheidungen stellt, die zum Verlust  führten .



Phase 3: ANGER: Zorn:

„Wenn ich den erwische, der mir das angetan hat!“ In dieser Phase entwickelt die betroffene Person einen unheimlichen Zorn aufgrund der Ungerechtigkeit, die ihr widerfahren ist. Darüber hinaus wird man häufig auch auf andere Personen wütend, die für den Verlust verantwortlich sind.


Phase 4: NEGOTIATION/BARGAINING: Verhandeln:

 Diese Phase nennt sich Verhandeln. Hier wird versucht, um den Verlust zu verhandeln und Wege zu finden, durch die man erneut das bekommen kann, was man verloren hat.


Phase 5 DEPRESSION / Rückzug/ Passivität: Depression:

Die Person anerkennt den Verlust, kann aber nicht damit umgehen. Passivität und  Niedergeschlagenheit sind Kennzeichen dieser Phase. Die Bitterkeit führt zur Depression. Aggression wendet sich gegen sich selbst! Hoffnung stirbt! Stress! Grübeln ohne Ausweg! 


TIEFPUNKT = WENDEPUNKT!!!


Phase 6 COACHING/Forschen/Entdecken/Testen:

Letzte Ressourcen werden plötzlich frei! Im Loslassen und Begraben wird der Mensch frei für das Neue Leben!  Lebenswille formiert sich.  Die Krise wird als Chance wahrgenommen. 


Phase 7 INTEGRATION/Akzeptanz:

Ich bin am Leben! Ich will leben! Ich akzeptiere die (neue) Realität, der ich mich stellen muss. Wind kommt unter die Flügel! Hoffnung bricht sich Bahn. Selbstwirksamkeit wir entdeckt! Der Mensch öffnet sich wieder für soziale Kontakte und beginnt sogar vorsichtig seine Krise zu kommunizieren. Oftmals wird nun die Krise mit all ihren Wirren und Schmerzen als „Schatzkästchen“ entdeckt.


Manchmal hilft es einfach die Phasen und Schritte zurück ins Leben, die neuen Möglichkeiten mit einem professionellen Gegenüber zu besprechen…


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