Luxus der Einfachheit: Lebensentwürfe jenseits der Norm

Diese Neuerscheinung im Kehrer Verlag beschäftigt sich mit der Notwendigkeit der Einfachheit und Klarheit in unseren Lebensentwürfen. Die Bilder waren in einer Ausstellung bis Februar im Müncher Stadtmuseum zu sehen. Nun kann man sie in einem Bildband betrachten. Aus dem Text des Verlags zur Vorstellung der Neuerscheinung:

247-9783868285246Die Möglichkeiten des Individuums, sein Leben selbst zu gestalten,waren noch nie so vielfältig wie heute. Zugleich wird der moderne Mensch nicht zuletzt durch die Zwänge der Globalisierung dazu gedrängt, möglichst flexibel, effizient, innovativ und eigenverantwortlich zu sein und zu handeln. Was dem Einzelnen neue Freiheiten bringen mag, führt allzu oft auch zu einer Selbstverausgabung mit den bekannten physischen wie psychischen Folgen. Die bei vielen Menschen zu beobachtende Sehnsucht nach Überschaubarkeit und einfacheren Strukturen drückt sich mittlerweile in den verschiedensten Lebensbereichen von der Mode über die Architektur bis hin zu Ernährungsweisen und Reiseverhalten aus.

Die Herausforderungen der Multioptionsgesellschaft führen bei manchen zu Rückzug und Ablehnung der Dynamik und Komplexität des Lebens. Aber geht es wirklich nur um „Ausstieg“?

Kann es sein, dass wir an manchen Stellen die Früchte geniessen wollen: Freiheit, Sicherheit, Beziehung, Wohlstand, Erfolg, Innovation, Gesundheit, Frieden,…, aber uns weigern den Baum und seine gewachsenen Wurzeln zu pflegen, der diese hervorbringt. Alles Instant? Wir tun oft so, als ob mit uns die Familien-, Firmen- und Kulturgeschichte anfängt und alles Vorangegangene „dekonstruierbar“ wäre. Aber ohne die tragenden Strukturen des Stammes und den gewachsenen Wurzeln vertrocknen die so begehrten und lebenswichtigen Früchte!

Was sind unsere Wurzeln? Woher beziehen wir die Kraft zum Wachstum. Warum erscheint unsere Lebensweise oft so kraftlos, ausgebrannt und bringt kaum noch Frucht. Warum reifen wir in manchen Lebensbereichen nur sehr langsam und kämpfen immer wieder mit den gleichen destruktiven Lebensmustern? Warum „gedeihen und wachsen“ unsere Betriebe und Unternehmungen nicht in dem Mass, wie es möglich wäre?

Es geht z.B. nicht nur darum, die Fehler der  Vergangenheit zu vermeiden (was sowieso schwierig ist), sondern eher die Kraft, den „Segen“ und die Stabilität vorangegangener Generationen zu nutzen. Wir sind doch keine Waisen. Wir haben Ressourcen, die noch ungenutzt bleiben. „Don`t spit on your roots!“

Wir haben an manchen Stellen ein „beleidigtes Verhältnis“ zur Realtität und versuchen unsere Enttäuschung mit dem „Zuviel“ der westlichen Überflussgesellschaft“ zu betäuben und wundern uns, wenn im persönlichen Leben, den Ehen, den Familien und den Betrieben die Vitalität fehlt. Wir brauchen die „Stunden der Wahrheit“, in denen wir uns dem Leben stellen.

Einfachheit und Klarheit sind eben nicht nur Luxus, der auf die Dauer auch langweilt, sondern Voraussetzungen, um die „Dynaxity“ unseres Lebens mit Vitalität und Wachstum zu gestalten. Wir haben die Ressourcen und Fähigkeiten, die entdeckt, genutzt, trainiert und aufgebaut werden müssen.

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