Systemdenken und Kybernetik im St. Galler Management-Modell

Der Ausdruck „Kybernetik“ enthält , wie „System“, eine altgriechische Sprachwurzel, nämlich „kybernetes“, was gleichbedeutend ist mit Steuermann. Er ist aber erst 1947 geschaffen worden. Ursprünglich wurde er für die Bezeichnung von Systemen verwendet, welche, wie die Thermostaten und die Fliehkraftregler, dank Feedback-Mechanismen einen Ist-Wert in der Nähe eines vorgegebenen Sollwerts halten und ihn damit stabilisieren. Die Regelung der Temperatur eines Raumes, des Lauftempos einer Maschine oder von Zu- bzw. Abflüssen sind Beispiele dafür. Wie das Systemdenken war die Kybernetik von allem Anfang an interdisziplinär ausgerichtet. Jenseits des fachüblichen Rasters verbindet sie Teile der Mathematik, Statistik, Neurophysiologie, Biologie und Informationstheorie zu einer neuen Einheit. Ihre Erkenntnisse liessen sich rasch auf die verschiedensten Bereiche ausdehnen, so insbesondere auch auf technische Systeme, wie Lenkwaffen, aber auch auf soziale Systeme. Die Beziehungen zwischen Systemdenken und Kybernetik sind äusserst eng und vielfältig. Kybernetik kann denn auch als Studium des Verhaltens einer ganz bestimmten Klasse von Systemen umschrieben werden.

Aus: Systemdenken und Kybernetik als Grundlage des St. Galler Management-Modells
Prof. Dr. Emil Brauchlin schrieb diesen Artikel im Jahre 2007. Als langjähriger Professor und Institutsdirektor an der HSG (heute Universität St. Gallen) ist Prof. Brauchlin ein Weggefährte von Prof. Dr. Hans Ulrich und Zeitzeuge der Entwicklung der St. Galler Management Lehre.
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