Reframing

Zwischen Reiz und Reaktion gibt es einen Raum, in diesem Raum haben wir die Macht, unsere Reaktion zu wählen. In dieser Wahl sind wir frei, in ihr liegt unser Wachstum. (Viktor Frankl)

Reframing ist eine der Fähigkeiten und Techniken, die man (nicht nur) im professionellen Coaching braucht. Ich trete einen Schritt zurück und gehe in den Raum zwischen Reiz und Reaktion. Hier, wo meine persönlichen Deutungen der Lebenswirklichkeit, meine Ziele, Werte und Reaktionsmuster bewusst wahrgenommen werden, treffe ich die Entscheidung, wie ich reagiere: Reflexartig, unbewusst oder achtsam und professionell. Wir erzählen uns doch gegenseitig ständig unsere Deutungen der Realität. Hören wir wirklich zu und schauen hinter die so klar formulierten Deutungen und kommen zum Kern, der dahinter liegt.

Unser Leben wird durch unsere Erfahrungen geprägt, die wir auf die eine oder andere Weise deuten, was wiederum zu neurobiologischen Reiz-Reaktions-Mustern („Verschaltungen“) führt, die ihrerseits wieder psycho-physische, emotionale Reaktionen (z.B. Stress-Reaktionen) auslösen.
Zum anderen aber prägen wir auch unsere Lebensumstände dadurch, dass wir Erfahrungen auf dem Hintergrund unserer Biografie „reinszenieren“. Wir lernen bestimmte Verhaltensmuster in der Kindheit und bilden unsere neuronalen Strukturen in die „Aussenwelt“ ab. Oft wiederholen sich Geschichten schicksalhaft. Wir haben das Gefühl, wir „ziehen bestimmte Menschen und Ereignisse an“. Im professionellen Handeln als Coach / Berater ist es deshalb entscheidend, dass wir nicht aus unseren Reaktionsmustern reagieren, sondern bewusst, achtsam und fachlich begründet handeln.

Reframing ist die Fähigkeit, ein bestimmtes Ereignis oder Verhalten in einem neuen Rahmen (Frame) zu sehen und in einen neuen Rahmen zu setzen. Dadurch verändert sich die Bedeutung dieses Geschehens und damit wird die Voraussetzung geschaffen, dass das Geschehen selbst verändert werden kann.

Es gibt zwei Formen des Reframing:
– Beim Bedeutungs-Reframing geht es um die Frage „Wie könnte die Situation oder das Geschehen anders beschrieben und erklärt werden bzw. welche andere Bedeutung könnte man dem Ereignis zuweisen?”
– Das Kontext-Reframing geht von der Frage aus „Wann wäre dieses Verhalten nützlich bzw. wo wäre dieses Verhalten eine Ressource?” Dieses beruht auf der Einsicht, dass fast alle Verhaltensweisen in irgendeinem Kontext sinnvoll sind.

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